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Reha für einen außergewöhnlichen Kämpfer

Das Zentrum für ambulante Rehabilitation am Klinikum Ludwigshafen unterstützt Fabian Pozywio mit unentgeltlichen Rehatagen.

Ein Schlag mit einer Flasche auf den Hinterkopf – 5 Wochen Koma – ein anderes Leben. Seit der brutalen Attacke eines Angreifers am 8. August 2015, durch die Fabian Pozywio ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt, ist er halbseitig spastisch gelähmt. Ärzte, Therapeuten und vor allem Fabian selbst geben ihr Bestes, um ihn buchstäblich wieder „auf die Beine zu bringen“. Seit Sommer 2016 verbringt der heute 21-jährige Fabian täglich mehrere Stunden im Zentrum für ambulante Rehabilitation am Klinikum Ludwigshafen (ZAR) und kämpft sich dort mit viel Unterstützung Schritt für Schritt zurück ins Leben.

ZAR Physiotherapeut Marcel Mairhofer und seine Kolleginnen und Kollegen kennen Fabian nach dieser Zeit gut. „Wir sind zusammengewachsen und kämpfen gemeinsam, beschreibt Marcel Mairhofer die ungewöhnliche Beziehung zwischen Fabian und seinen Therapeuten und Ärzten der Tagesklinik. Nach vielen Operationen und einer stationären Reha kommt Fabian im Juli 2016 zu seinem ersten ZAR Termin im Rollstuhl. Physio- und Ergotherapie, Medizinische Trainingstherapie an Geräten, Gangschulung, Logopädie und Spiegeltherapie sind lediglich Auszüge aus zahlreichen Therapieeinheiten, die Fabian tagtäglich mit viel Energie und unglaublichem Willen absolviert.

Bei Patienten mit traumatischen Hirnverletzungen wie sie Fabian erlitt, nimmt überdies die Neuropsychologie einen wichtigen Stellenwert ein. „Neuropsychologische Störungen wie sie sich zum Beispiel im Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und Planungsbereich finden können, werden im ZAR in Einzeltherapien und ergänzend computergestützt behandelt. „Wir vermitteln dabei vor allem Kompensations- und Verhaltensstrategien. Übungen können anschließend auch im häuslichen Kontext weitergeführt werden“, erklärt Neuropsychologe Richard Beuchert vom ZAR.

Die erste richtig große Zwischenbilanz lässt sich nur ein halbes Jahr später, Ende 2016, verbuchen: Fabian macht seine ersten längeren Schritte, steht vom Rollstuhl auf. Seine Motorik hat sich insgesamt verbessert, so dass beispielsweise beidhändiges Essen wieder möglich und Fabian in seinen Alltagshandlungen weitgehend selbständig geworden ist. „Wir können mit der multimodalen Therapie noch so viel weitere Fortschritte erreichen“, sind sich Fabian und seine Therapeuten im ZAR einig. Chefärztin Dr. Sonja Heidrich sieht im nun folgenden Schritt das berufliche Assessment im Mittelpunkt der weiteren Rehabilitation: „Durch Ereignisse wie sie Fabian widerfahren sind, werden Patienten vor die Aufgabe gestellt, ihre Lebensplanung zu überdenken. Fabian kann mittlerweile Kompensationsstrategien anwenden und seine Fähigkeiten gut einschätzen, sodass wir nun die berufliche Entwicklung in den Fokus rücken können. Begleitend ist die Fortsetzung der medizinischen Rehabehandlung erforderlich“ führt die Ärztin aus. Soweit so gut - wäre da nicht das Problem mit der Übernahme der Therapiekosten, die nach langer Therapiezeit durch die Krankenkasse nicht mehr möglich ist. „Weiter geht’s“ sagen sich allen Widrigkeiten zum Trotz Fabian, seine Familie, die Freunde aus Handballer- und anderen Kreisen. Unzählig viele Helfer und Spender beteiligen sich an tollen Aktionen und setzen sich damit für die Fortführung der Reha ein. „Auch wir möchten unseren Beitrag leisten“ verrät Philipp Scheidt, der kaufmännische Leiter des Zentrums für ambulante Rehabilitation am Klinikum Ludwigshafen: „Wir werden Fabian mit zehn unentgeltlichen Therapietagen unterstützen und alles daran setzen, ihn auf seinem Genesungsweg weiter voranzubringen“. Fabian erachtet das ambulante Reha-Setting für sich als optimal, denn wo sonst könnten Familie, Handballer, Freunde, das ZAR am Klinikum Ludwigshafen – nein, eine gesamte Region - so sehr an einem Strang ziehen und zusammenwirken wie an seinem Wohnort. Es muss daher einfach weitergehen mit der Reha für diesen ungewöhnlichen Kämpfer!

Geschrieben von Sabine Nicolaus
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