Ein neuer Mensch

Über 40 Jahre ungesund gelebt und gearbeitet, bis der Körper nicht mehr wollte. Heute ist unser Patient Klaus Stemmler dennoch fit und genießt das Leben, wie er es vorher nie kannte.

Klaus Stemmler hat bereits 47 Jahre lang gearbeitet. Er ist Landes - Geschäftsführer eines Handelsunternehmens in Luxemburg – führt mit seiner Frau eine Wochenendbeziehung in Kaiserslautern. 70 Stunden Arbeit pro Woche – für ihn ist das normal. Arbeits-Leben ohne Unterbrechung. Nachts maximal 4-5 Stunden Schlaf. Nur ein Mal am Tag wird etwas gegessen – dafür nur Ungesundes.

Bandscheibenprobleme hatte er schon immer und wenn man viel im Büro oder Auto sitzt, ist das auch kein Wunder. Beim Gehen hat er seit Jahren Nervenschmerzen. Dass der Kettenraucher auch Durchblutungsstörungen hat, erfährt er erst später.

Mit seiner Limousine kommt er überall hin, aber gehen fällt ihm schwer. Dabei ist er erst Anfang 60. Nach 50 anstrengenden Metern ist Schluss zu Fuß. Dann ist er fix und fertig. Der Beruf steht nun mal im Mittelpunkt; für persönliche Interessen ist kein Platz. Private soziale Kontakte gibt es schon lange nicht mehr, außer am Wochenende mit seiner geliebten Frau.

 

 

Drei Monate lang im Sitzen geschlafen

Die Schmerzen werden im Jahr 2017 immer gravierender. Die Einnahme von Schmerzmitteln gehört längst zur Alltagsroutine. Mittlerweile kann er drei Monate lang nur noch im Sitzen schlafen und das nur 3 Stunden, da das Liegen zu schmerzhaft geworden ist.

Die Wirbelsäule soll operiert werden, doch er will eigentlich keine OP. Eine Schmerztherapie hilft nur temporär. Schließlich kommt er im Herbst 2017 für eine Woche ins Krankenhaus nach Landstuhl, wo ihm eine ambulante Reha am ZAR vorgeschlagen wird. Mit der Zustimmung zur Reha macht er sich klar, dass er seinen Lebensstil deutlich verändern muss, damit die Reha sein Wohlbefinden nachhaltig verbessert. Im Beruf gibt er jeden Tag alles – wieso nicht endlich auch für seine Gesundheit?

Zusammen mit seiner Gattin beendet er am Vorabend der Reha nach 40 Jahren seine Kettenraucher-Karriere. Er fasst keine Zigarette mehr an. Er hat sich Ziele gesetzt für die Zeit nach der Reha, würde gerne Sport machen. Dabei fällt es ihm bisher schwer, überhaupt mehr als ein paar Schritte zu gehen. Im Oktober 2017 wird er zum ersten Mal vom Fahrdienst zu seiner Reha-Maßnahme im ZAR Kaiserslautern gebracht, nicht weit von seinem Wohnort entfernt.

 

 

„Wenn ich durch das ZAR gehe und den Duft des Kuchens aus der Caféteria rieche, weiß ich, dass ich Daheim bin.“

Schnell wird Klaus Stemmler beim Besuch des Zentrums klar, dass es viele Menschen um ihn herum gibt, die unverschuldet sehr krank sind dass er es doch viel besser getroffen hat. Er kann etwas ändern und er will! Innerhalb kurzer Zeit macht der bisherige Workaholic riesige Fortschritte mit seinem Körper. Das ZAR wird schnell zu seiner vertrauten Umgebung. Er liebt die Routine und die Menschlichkeit hier, schätzt die Therapeuten, die ihn mit Herzblut bei seiner Gesundung unterstützen. Vom ZAR-Team geführt und geleitet wird das Zentrum für ihn ein Zuhause, aber vor allem tut sein Körper wieder das, was er soll.

 

 

„Alkohol brauche ich nicht mehr zur Schmerzbewältigung. Ein gutes Glas Wein zum Essen gönne ich mir gerne.“

Klaus Stemmler nimmt keine Schmerzmittel mehr. Er hat gelernt, einen gewissen Schmerzgrad zu akzeptieren. Denn Schmerzen im linken Fuß und der Wirbelsäule hat er noch immer, doch er ist ein neuer Mensch.

Sein Leben ist auch neu, anders. Zur Arbeit geht er nur noch an zwei Tagen pro Woche. Nachdem er 20 Jahre lang nahe der Mehlinger Heide wohnte, hat er die tolle Landschaft erstmals besucht. Vor einem Jahr konnte er nur 50 Meter weit gehen. Heute wandert er 15 Kilometer weit! Er lernt seine wunderbare Pfälzer Heimat kennen und kann trotzdem noch am Beruf teilhaben. Er wird dort geschätzt, ist Coach und Berater für Führungskräfte. Nur eines bedauert er: Seine Reha ist nur noch für ein letztes Mal verlängert worden. Von Anfang an hat er sich im ZAR wohl und sicher gefühlt. Anfangs wollte er seine Ruhe haben, später hat er sich gerne mit anderen Patienten, Gleichgesinnten ausgetauscht.

Er freut sich, dass ihm jetzt wieder Reha-Sport verordnet wurde und er wird dauerhaft Medizinisches Gerätetraining machen, da es ihm hilft und er hier fachmännisch betreut wird. So bleibt er uns als Patient erhalten, denn das ZAR ist für ihn Heimat geworden.

 

 

Ohne das Therapeutenteam hätte er das nicht geschafft

Er will was vom Leben haben. Und er gibt seine Erfahrungen gerne weiter. Wir danken Klaus Stemmler, dass wir an seiner Geschichte teilhaben durften und dass wir dabei sein konnten, wie er ein neuer Mensch wird!

 

 

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