Patient*innen, deren Corona-Infektion möglicherweise nur leicht bis mittelschwer war, können noch Wochen nach Abklingen der Infektion unter verschiedenen Symptomen leiden. Dazu gehören z. B. ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung. Die Betroffenen fühlen sich kaum mehr belastbar, beklagen bei kleinsten Anstrengungen Atemnot und Herzrasen, haben eventuell Muskel- und Gelenkschmerzen und berichten über Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen („Brain Fog“). Die Ursachen für dieses Post COVID Syndrom sind noch weitestgehend ungeklärt. Man vermutet, dass zum Teil chronische Entzündungsprozesse sowie eine Störung des Immunsystems verantwortlich sein könnten und möglicherweise zu Gewebeschäden führen.
Eine neurologische Rehabilitation kann helfen, die Langzeitfolgen einer Coronainfektion zu lindern und eine Chronifizierung der COVID Symptome zu verhindern. Die Funktionseinschränkungen, unter denen Post COVID Betroffene leiden, werden bei der medizinischen Rehabilitation gezielt therapiert.
Unser speziell auf Post COVID Patient*innen ausgerichtetes Rehakonzept richtet sich an Betroffene, deren Allgemeinzustand noch reduziert ist oder bei denen erhebliche psycho-soziale Beeinträchtigungen vorliegen, welche zu einer gestörten Teilhabe und Aktivität am Alltag und/oder Beruf führen. Die ganztägig ambulante Rehabilitation im ZAR Kiel zeichnet sich durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärzt*innen, Physio- und Ergotherapeut*innen, Sport- und Bewegungstherapeut*innen sowie Neuro- / Psycholog*innen, Mitarbeiter*innen des Sozialdienstes und von weiteren Berufsgruppen aus.
Wir möchten gemeinsam mit Ihnen die bestmögliche Behandlung für Sie erreichen!
Das ZAR Kiel bietet bei Post COVID zudem die medizinisch beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) mit Fokus auf Erhalt oder Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit an.
Hinweis: Ziele und Inhalte werden an PEM angepasst ("Pacing").
Trotz intensiver weltweiter Forschung sind noch keine ausreichend wirksamen Medikamente als Post COVID Therapie gefunden und zugelassen. Die Rehabilitation hingegen stellt eine sehr gute Therapiemöglichkeit dar. Im Fokus der Post COVID Reha steht die Behandlung von Funktionseinschränkungen. Die unterschiedlichen und breit gefächerten therapeutischen Maßnahmen sollen die eingeschränkte Leistungsfähigkeit verbessern und somit letztlich die Lebensqualität steigern. Bei der ärztlichen Aufnahme im ZAR werden in einem intensiven Gespräch mit Ihnen gemeinsam die individuellen Therapiemaßnahmen festgelegt. Das multimodale Therapieprogramm richtet sich sowohl nach dem körperlichen und kognitiven Leistungsvermögen als auch nach Ihrer psychischen Verfassung und der sozialen bzw. beruflichen Situation. Selbstverständlich werden die Therapieinhalte an PEM angepasst.
Die teils dramatischen Erlebnisse während der Pandemie (Lockdown, gesellschaftliche Restriktionen, Verunsicherung, schwere Corona-Infektion bei einem selbst oder im sozialen Umfeld) führten bei dem ein oder anderen zu Ängsten, depressiver Verstimmung, psychischer Instabilität. Zusätzlich stellen die jetzigen Funktionseinschränkungen eine erhebliche psychische Belastung dar. Unsere Psycholog*innen bieten stützende, entlastende und therapeutische Gespräche an. Psychiatrische Krankheitsbilder wie Depression und Angststörungen können erkannt und behandelt werden.
In Zusammenhang mit Post COVID fällt häufig der Begriff "Brain Fog". Ob es sich hierbei "nur" um Konzentrationsstörungen durch z. B. Schlafmangel oder Stress handelt oder ob sich dahinter neurokognitive Defizite verbergen, untersuchen unsere Neuropsycholog*innen. In aufwändigen neuropsychologischen Testungen wird das Ausmaß von Konzentrations-, Gedächtnis- und Merkfähigkeitsstörungen festgestellt. Handelt es sich um gesicherte kognitive Störungen, so wird im Rahmen der Rehabilitation im ZAR Kiel ein engmaschiges Hirnleistungstraining durchgeführt.
Reha-Sprechstunde
donnerstags 14:00 - 15:00 Uhr
Telefonische Erreichbarkeit
Mo - Fr 08:00 - 16:30 Uhr
Fax: 0431 - 22 000 2 50
Adresse
Schloßgarten 14
24103 Kiel
Ihr Hausarzt unterstützt Sie bei der Antragstellung. Gerne stehen wir beratend zur Seite.
Eine Reha-Maßnahme kann bei den folgenden Leistungsträgern beantragt werden:
Die Rentenversicherung ist Ihr Leistungsträger, wenn Sie im Erwerbsleben stehen und Ihre Erwerbsfähigkeit gefährdet ist. Dabei ist ein aktives Beschäftigungsverhältnis nicht maßgeblich.
Voraussetzung für die Post COVID Reha über Ihre Rentenversicherung:
Die Krankenkasse ist Ihr Leistungsträger, wenn Sie nicht mehr im erwerbsfähigen Alter sind (insbesondere Altersrentner) oder keine Ansprüche gegenüber der Rentenversicherung haben.
Die Antragstellung erfolgt durch Ihren Arzt mit dem entsprechenden Rehaformular der Krankenkassen.
Auch Berufsgenossenschaften und Unfallkassen können als Leistungsträger in Frage kommen, vor allem wenn eine Infektion mit dem Coronavirus am Arbeitsplatz vermutet wird.
Weitere Leistungsträger können außerdem die Unfallversicherung und sonstige Kostenträger wie, z. B. die Bundesagentur für Arbeit oder die Sozialhilfe sein.
Ihr Körper und Ihre Psyche müssen mit den Folgen einer Corona-Infektion fertig werden. Eine rehabilitative Begleitung ist auf jeden Fall sinnvoll. Dafür sind wir im ZAR die Partner an Ihrer Seite. Wir beraten Sie gerne zu Ihrer möglichen Reha-Maßnahme. Nehmen Sie noch heute Kontakt mit uns auf!