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Bei der Herzschwäche, in der medizinischen Bezeichnung Herzinsuffizienz, ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Organismus mit ausreichend Blut zu versorgen.
Nach Expertenschätzungen leiden bis zu 4 Millionen Menschen in Deutschland an einer chronischen Herzinsuffizienz. Es handelt sich um den häufigsten Grund für eine stationäre Krankenhausaufnahme. Circa 20 % der Menschen über 75 Jahre sind betroffen.
Wir unterscheiden die Formen der Herzinsuffizienz nach mehreren Kriterien:
Bei der systolischen Herzinsuffizienz ist die Auswurfmenge des Herzens reduziert. Es besteht eine Pumpschwäche.
Bei der diastolischen Herzinsuffizienz ist die Auswurfmenge des Herzens erhalten. Allerdings ist die Blutfüllung des Herzens durch eine ungenügende Entspannungsfähigkeit des Herzmuskels beeinträchtigt. Es besteht eine Füllungsschwäche.
Die Symptome bei einer Herzinsuffizienz entwickeln sich oft schleichend. Gerade deshalb ist es wichtig, frühe Veränderungen der Belastbarkeit oder Atmung aufmerksam wahrzunehmen.
Anzeichen der Herzschwäche können sein:
Diese können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Bei entsprechenden Beschwerden sollte ärztlich geklärt werden, ob eine Herzinsuffizienz vorliegt.
Die Diagnose bei einer Herzinsuffizienz stützt sich auf mehrere Untersuchungen. Ziel ist es, die Herzschwäche festzustellen und anschließend mögliche Ursachen einzugrenzen.
Liegen Anzeichen für eine Herzschwäche vor, kann diese über verschiedene Untersuchungen festgestellt werden:
Ist eine Herzinsuffizienz im Ultraschall bestätigt worden, dienen weitere Untersuchungen wie EKG, Herzkatheteruntersuchung, CT oder MRT zur Ursachenklärung.
Herzinsuffizienz ist keine eigenständige Erkrankung in diesem Sinne, sondern vielmehr ein Folgezustand anderer Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Ursachen der Herzinsuffizienz liegen daher häufig in bereits bestehenden Erkrankungen des Herzens oder der Gefäße.
Besonders wichtig sind:
Die Blutzuckererkrankung, also Diabetes mellitus, ist dabei ein entscheidender Risikofaktor für das Auftreten von Gefäßerkrankungen. Diese können dann über eine Minderdurchblutung des Herzmuskels zur Herzschwäche führen.
Bluthochdruck führt ebenfalls sehr häufig zu einer Entspannungsstörung des Herzens, also einer diastolischen Herzschwäche.
Andere Ursachen für Herzinsuffizienz sind:
Bei einer Herzinsuffizienz steht zunächst die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt davon ab, wodurch die Erkrankung ausgelöst wird.
Bei koronarer Herzerkrankung gilt es, die Durchblutung des Herzmuskels zu verbessern – zum Beispiel über Medikamente, Stentimplantationen oder Operationen. Ein Bluthochdruck und eine Blutzuckererkrankung müssen über einen verbesserten Lebensstil und mit Hilfe von Medikamenten eingestellt werden, da beide Erkrankungen eine Herzinsuffizienz begünstigen oder verschlechtern können.
Bei Herzklappenerkrankungen kann gegebenenfalls ein Kathetereingriff oder eine Klappenoperation notwendig sein. Herzrhythmusstörungen lassen sich medikamentös oder mit Katheterverfahren behandeln.
Zusätzlich wird die Herzinsuffizienz medikamentös behandelt. Dabei kommt meist eine Kombination mehrerer Medikamente zum Einsatz:
In manchen Fällen kann bei Herzinsuffizienz auch die Behandlung mit implantierbaren elektrischen Geräten erforderlich werden. Dazu zählen Herzschrittmacher und Defibrillatoren. Defibrillatoren sollen bei Patient*innen mit besonders ausgeprägter Herzschwäche einen plötzlichen Herztod verhindern.
Auch die sogenannte kardiale Resynchronisationstherapie, kurz CRT, kann notwendig sein. Dabei wird ein spezielles Schrittmachersystem implantiert, das die Herzarbeit synchronisiert.
Vor allem in der Anfangsphase der Medikamenteneinnahme müssen Nebenwirkungen und Verträglichkeit geprüft werden. Häufig ist dann noch eine Dosisanpassung notwendig. Dabei berät und unterstützt auch das ärztliche Personal im Rahmen einer Rehabilitation.
Die Reha bei Herzinsuffizienz ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Sie verbindet medizinische Betreuung, Bewegungstherapie, Schulung und Unterstützung im Umgang mit Risikofaktoren und Belastungen im Alltag.
Die medikamentöse Behandlung der Herzinsuffizienz sollte mit einer Bewegungstherapie kombiniert werden, um folgende Behandlungsziele bei Herzschwäche zu erreichen:
Hier spielt insbesondere die kardiologische Rehabilitation eine entscheidende Rolle, denn diese rückt die Bewegung als Therapiemaßnahme in den Fokus. Das frühere Prinzip der körperlichen Schonung bei Herzschwäche ist schon lange überholt.
In der Rehabilitation beginnen Patient*innen unter ärztlicher und sporttherapeutischer Aufsicht ein strukturiertes körperliches Training. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu verbessern und die Belastbarkeit zu steigern.
Anwendung findet hier ein kombiniertes Ausdauer- und Krafttraining mit folgenden Bausteinen:
Auch Herzinsuffizienzpatient*innen mit hochgradig eingeschränkter Leistungsfähigkeit profitieren von einem Bewegungstraining.
Im Rahmen der Rehabilitation haben Patient*innen auch die Möglichkeit, in Schulungen und Seminaren gezielt etwas über ihre Erkrankung und ihr Verhalten im Alltag zu erfahren.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bestehende Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck zu bearbeiten. Unterstützt werden Patient*innen hier durch ein interdisziplinäres Team aus Sport- und Physiotherapeut*innen, Ernährungsberater*innen, Gesundheits- und Krankenpfleger*innen sowie Ärzt*innen.
Herzschwäche schränkt oft den persönlichen Lebensspielraum, die Lebensqualität und gegebenenfalls auch die Lebenserwartung ein. Damit gehen verständlicherweise psychische Belastungssituationen einher. Diese können in der Rehabilitation mit Hilfe von Psycholog*innen und Psychotherapeut*tinnen angegangen werden.
In den ZAR werden Patient*innen mit Herzinsuffizienz im Rahmen einer kardiologischen Rehabilitation wohnortnah begleitet. Interdisziplinäre Teams aus Ärzt*innen, Therapeut*innen, Pflegekräften, Ernährungsberater*innen und Psycholog*innen stimmen die Therapie individuell auf die Belastbarkeit und Ziele der Patient*innen ab.
Die ambulante Rehabilitation ermöglicht es, therapeutische Inhalte direkt mit dem eigenen Alltag zu verbinden und Schritt für Schritt mehr Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung zu gewinnen.
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