Um zu verstehen, wie Osteoporose entsteht, muss zunächst der Aufbau und die Funktion des Knochens betrachtet werden. Der menschliche Knochen besteht aus einer dünnen Knochenhaut (Periost), der festen Rindenschicht (Kortikalis) als robuster äußerer Begrenzung und dem inneren schwammartigen Knochengewebe (Spongiosa), welches mit seinen feinen Knochenbälkchen an die Belastungslinien des jeweiligen Knochens angepasst ist und diesen von innen stützt. Außerdem beherbergt die Spongiosa die blutbildenden Zellen des Knochenmarks.
Wichtig ist, nun zu verstehen, dass es sich beim menschlichen Knochen nicht um totes, rein mineralisches Material handelt, sondern um lebendiges Gewebe, das stark durchblutet ist und eine hohe Stoffwechselaktivität besitzt. Bis ins hohe Alter findet ein ständiger Umbau des Knochens statt. In diesem Zuge erfolgen nicht nur ein Ersatz von altem Knochengewebe und Reparaturen nach Verletzungen, der Knochen passt sich so auch geänderten Belastungen an, z.B. bei einer O-Bein-Entwicklung im Zuge eines Kniegelenkverschleißes. Darüber hinaus dient der Knochen dem Gesamtorganismus bei Mangelzuständen auch als Mineralienspeicher, v.a. Calcium ist hier gefragt.
Die Entstehung einer Osteoporose ist meist das Ergebnis verschiedener Faktoren, die das empfindliche Gleichgewicht zwischen Knochenauf- und -abbau stören. Die folgenden Ursachen treten besonders häufig auf:
Für den Auf- und Abbau des Knochens sind verschiedene Zellen verantwortlich:
Der Prozess der Knochenerneuerung (Remodeling) ist der Dreh- und Angelpunkt bei der Entstehung der Osteoporose. Eine negative Knochenbilanz kann durch drei verschiedene Störungen im Erneuerungsprozess entstehen:
Ein gesundes Gleichgewicht zwischen diesen beiden Prozessen ist wichtig, um starke Knochen zu erhalten. Bei Osteoporose überwiegt der Abbau der Knochen, was zu einer Abnahme der Knochendichte und einer erhöhten Bruchgefahr führt. Eine Kombination aus gesunder Ernährung, ausreichend Kalzium und Vitamin D sowie regelmäßiger körperlicher Aktivität, insbesondere Krafttraining, kann helfen, den Knochenabbau zu verlangsamen und das Risiko für Knochenbrüche zu senken.
Osteoporose betrifft vor allem den spongiösen Knochen, der sich im Inneren des Knochens befindet und schneller abgebaut wird als die äußere Schicht, die Kortikalis. Der kortikale Knochen ist sehr dicht, zu 90% kalzifiziert und wird langsam umgebaut (ca. 2,5% pro Jahr). Der spongiöse Knochen hingegen ist feingliedrig, hat eine große Oberfläche und wird schneller umgebaut (ca. 25% pro Jahr). Besonders anfällig sind Knochen mit einem hohen Anteil an Spongiosa:
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