Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung von Osteoporose?

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die die Entstehung von Osteoporose und das Risiko für osteoporotische Knochenbrüche erhöhen. Diese werden in drei Hauptkategorien unterteilt:

Allgemeine Risikofaktoren

  • Bewegungsmangel: Zu wenig körperliche Aktivität schwächt die Knochen, da sie nicht ausreichend belastet werden

  • Stürze ohne erkennbare Ursache: Wiederholte Stürze können das Risiko für Knochenbrüche deutlich erhöhen

  • Nikotin- und Alkoholmissbrauch: Beide beeinträchtigen die Knochengesundheit

  • Untergewicht (BMI < 20 kg/m²) oder starkes Übergewicht: Beide extreme Gewichtszustände können den Knochenstoffwechsel stören

  • Mangelernährung: Unzureichende Aufnahme von Nährstoffen, insbesondere Kalzium und Vitamin D, führt zu schwachen Knochen

  • Geschlecht und Alter: Frauen, insbesondere nach der Menopause, haben ein höheres Risiko. Auch das Alter ist ein bedeutender Faktor

  • Familiäre Veranlagung: Wenn Eltern Knochenbrüche, insbesondere Oberschenkelhalsfrakturen, haben, steigt das Risiko

  • Hormonelle Veränderungen: Niedrige Östrogen- oder Testosteronspiegel begünstigen den Knochenschwund

  • Schwangerschaft und Stillzeit: Hier kommt es zu einem erhöhten Kalziumbedarf, der, wenn nicht gedeckt, die Knochen schwächen kann

Risikofaktoren durch bestehende Grunderkrankungen

  • Endokrinologische Erkrankungen, wie Cushing-Syndrom und erhöhte Kortisolwerte, Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose), Störungen der Geschlechtshormone (Hypogonadismus), Überfunktion der Nebenschilddrüse (Primärer Hyperparathyreoidismus) oder Wachstumshormonmangel bei Hypophyseninsuffizienz
  • Diabetes mellitus Typ 1 und 2: Beide Formen von Diabetes können den Knochenstoffwechsel beeinträchtigen
  • Rheumatologische Erkrankungen, wie Rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) oder Systemischer Lupus Erythematodes
  • Magen-Darm-Erkrankungen, wie Magenoperationen (B-II-Magenresektion oder Magenentfernung), Zöliakie oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen
  • Neurologische Erkrankungen, wie Epilepsie, Alzheimer, Parkinson, Schizophrenie oder Schlaganfall (Apoplektischer Insult)
  • Weitere Erkrankungen, die Risikofaktoren darstellen können: Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Besondere Formen von Bluterkrankungen (Monoklonale Gammopathie), Alkoholische Lebererkrankung, Chronische Lungenerkrankungen (COPD) oder Magersucht (Anorexia nervosa)

Risikofaktoren durch medikamentöse Therapien

Einige Medikamente können den Knochenabbau beschleunigen oder das Risiko von Stürzen erhöhen.

  • Glukokortikoide (Kortison): Diese Medikamente werden oft langfristig eingesetzt und können den Knochenstoffwechsel stören
  • Aromatasehemmer: Diese werden bei der Brustkrebsbehandlung verwendet und senken den Östrogenspiegel, was die Knochen schwächt
  • Hormonablative Therapien: Sie können das Risiko für Osteoporose steigern
  • Bestimmte Diabetesmedikamente (Glitazone): Können die Knochenqualität beeinträchtigen
  • Antiepileptika: Diese Medikamente erhöhen das Frakturrisiko, da sie den Vitamin-D-Stoffwechsel stören
  • Opioide und Antidepressiva: Beide Medikamentengruppen können das Sturzrisiko erhöhen
  • Protonenpumpenhemmer (PPI) und Schleifendiuretika: Sie beeinträchtigen die Aufnahme von Kalzium und anderen Mineralien
  • Bestimmte hormonelle Verhütungsmittel (Kontrazeptiva)
  • Schilddrüsenhormonüberdosierung (Hyperthyreosis factitia)

In vielen Fällen gibt es Überschneidungen zwischen den Grunderkrankungen und den Medikamenten, die zu ihrer Behandlung eingesetzt werden. Dies verstärkt das Risiko zusätzlich.