Diagnose: Wie lässt sich Osteoporose feststellen?

Die Diagnosestellung der Osteoporose ist kein rein messtechnischer Vorgang. Der klinische Zustand der Patient*innen ist immer der Ausgangspunkt. Die Einleitung einer Osteoporose-Basisdiagnostik erfolgt in Abwägung der Wahrscheinlichkeit für das Auftreten osteoporotischer Frakturen:

Eine Osteoporose-Diagnose wird in folgenden Fällen empfohlen:

  • Ab 50 Jahren: Wenn bei Männern und Frauen Knochenbrüche ohne wesentliche Krafteinwirkung (niedrigtraumatisch) an der Wirbelsäule oder an den Extremitäten auftreten. Ausgenommen sind Brüche an Fingern, Zehen, Schädel und Knöcheln.
  • Ab 60 Jahren (Frauen) und ab 70 Jahren (Männer): Wenn Risikofaktoren wie Grunderkrankungen oder bestimmte Medikamente vorliegen, die Osteoporose begünstigen.
  • Generell ab 70 Jahren (Frauen) und ab 80 Jahren (Männer): Auch wenn keine vorherigen Brüche festgestellt wurden.

5 wichtige Schritte in der Osteoporose-Diagnostik

  1. Anamnese (Krankengeschichte): Der Arzt oder die Ärztin fragt nach früheren Knochenbrüchen, bestehenden Risikofaktoren und anderen Anzeichen für Osteoporose.
  2. Klinische Untersuchung: Hierbei wird der allgemeine körperliche Zustand überprüft, insbesondere auf Anzeichen von Knochenschwund oder Fehlstellungen.
  3. Röntgenuntersuchung: Falls der Verdacht auf einen Wirbelbruch besteht, wird eine Röntgenaufnahme durchgeführt, um die Struktur der Knochen zu beurteilen.
  4. Laboruntersuchungen: Bluttests helfen, Risikofaktoren oder Grunderkrankungen zu identifizieren, die eine Osteoporose fördern können. Außerdem wird geprüft, ob Gründe vorliegen, die gegen bestimmte Behandlungsmöglichkeiten sprechen.
  5. Knochendichtemessung (Osteodensitometrie): Die Standardmethode zur Messung der Knochendichte ist die DXA-Messung (Dual-Röntgen-Absorptiometrie). Sie misst die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule (LWS) und dem Oberschenkelknochen (Femur).

Alternative Knochendichtemessungen wie Q-CT und Ultraschall werden laut Leitlinie nicht für die primäre Diagnostik empfohlen.

Wie wird die Knochendichtemessung ausgewertet?

Bei der Auswertung der Knochendichtemessung ist nicht der absolute Messwert entscheidend. Stattdessen wird der gemessene Wert mit den durchschnittlichen Werten von jungen, gesunden Erwachsenen (um die 30 Jahre) verglichen. Dieser Vergleichswert wird als T-Wert bezeichnet. Zusammen mit den individuellen Risikofaktoren hilft der T-Wert zu entscheiden, ob neben allgemeinen vorbeugenden Maßnahmen auch eine medikamentöse Therapie erforderlich ist.