Bewegung beginnt lange vor dem Sport

"Mehr bewegen" ist leicht gesagt. Für Menschen mit Arthrose hilft dieser Rat nur bedingt, vor allem wenn Schmerzen, Unsicherheit oder lange Inaktivität den Einstieg schwer machen. Die Arthrose-Formel unterscheidet deshalb bewusst zwischen Mobilität im Alltag, sportlicher Aktivität und konkreten Bewegungsübungen.

Alltagsbewegung bedeutet dabei, Sitzzeiten zu unterbrechen, Wege aktiv zurückzulegen und Bewegung wieder selbstverständlich werden zu lassen. Sport setzt einen gezielten Trainingsreiz für Ausdauer und Leistungsfähigkeit. Spezifische Übungen verbessern Beweglichkeit, Kraft und die Kontrolle des betroffenen Gelenks. Welche Belastung passt, hängt von Gelenk, Beschwerden, Trainingszustand und möglichen Begleiterkrankungen ab. Entscheidend ist nicht maximale Intensität, sondern eine gut dosierte, regelmäßig wiederholte Belastung.

Gewicht und Ernährung: mehr als eine Frage der Gelenklast

Bei Übergewicht tragen die Gelenke mehr mechanische Last. Das ist jedoch nur ein (sehr geringer) Teil der Geschichte. Denn Fettgewebe ist vor allem stoffwechselaktiv und kann Botenstoffe freisetzen, die niedriggradige Entzündungsprozesse fördern. Gewichtsabnahme reduziert deswegen weniger die Belastung, als vor allem entzündliche Einflüsse.

Auch die entzündungshemmende Ernährung wird im Buch nicht als kurzfristige Diät oder Liste einzelner "Superfoods" verstanden. Im Mittelpunkt steht ein dauerhaftes Ernährungsmuster mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln, günstigen Fettquellen und möglichst wenig stark verarbeiteten Produkten. Ernährung ersetzt dabei allerdings keine Therapie. Sie kann aber zu einem Umfeld beitragen, in dem die übrigen Bausteine besser greifen.

Quelle: dtv, Die Arthrose-Formel, S. 86, Abb. 29