Behandlung einer Epilepsie

Die Behandlung einer Epilepsie richtet sich nach der Anfallsart, möglichen Begleiterkrankungen und der individuellen Situation der Betroffenen. Ziel ist es, Anfälle zu unterdrücken oder ihre Häufigkeit und Ausprägung zu reduzieren.

Medikamentöse Behandlung

Die Medikamente wirken direkt an Ionenkanälen und Synapsen der Nervenzellen. Sie stabilisieren die Nervenaktivität im Gehirn, um unkontrollierte Entladungen und somit Anfälle zu verhindern.

Diese Medikamente werden ASM genannt. ASM steht für anfallssupprimierende Medikamente. Sie unterdrücken Anfälle. Die Auswahl des passenden Wirkstoffs erfolgt stets individuell mit Augenmerk unter anderem auf Geschlecht, Alter, Anfallsart, Begleiterkrankungen und Begleitmedikation.

Operative Behandlung

Führen die ASM nicht zur Anfallsfreiheit, wird in speziellen Epilepsiezentren mittels einer mehrtägigen prächirurgischen Diagnostik inklusive Langzeit-Video-EEG-Monitoring geprüft, ob mit einer Operation eine deutliche Verbesserung erzielt werden könnte.

Bei einem epilepsiechirurgischen Eingriff wird anfallsauslösendes Hirngewebe entfernt.

Stimulationsverfahren

Wenn eine Epilepsie therapierefraktär ist, also nicht ausreichend auf Medikamente anspricht, und außerdem ein epilepsiechirurgischer Eingriff als aussichtslos beurteilt wurde, kann eine elektrische Stimulation des Gehirns erwogen werden.

Ziele sind:

  • die Reduktion der Anfallshäufigkeit
  • kürzere Erholungszeiten nach den Anfällen
  • eine geringere Ausprägung der Anfälle

Solche „Hirnschrittmacher“ sind der Vagus-Nerv-Stimulator, kurz VNS, und die Tiefe Hirnstimulation, kurz THS.

Gehirnmodell und Medikamente als Symbol für die Behandlung von Epilepsie