Ablauf und Therapieansätze der Handrehabilitation

Die ganzheitlich ambulante Handrehabilitation erfolgt abhängig von Art und Schwere der Verletzung beziehungsweise Erkrankung sowie entsprechend der Vorgaben des Operateurs des zuweisenden Arztes oder der zuweisenden Ärztin in verschiedenen Rehabilitationsstufen. Je nach Heilungsverlauf kann die Einteilung während der Rehabilitation angepasst werden.

Stufe 1: Entlastungsphase

Zu Beginn der Handrehabilitation stehen die Wundheilung, die Schmerzlinderung und die Wiederherstellung grundlegender Funktionen im Vordergrund.

Die Entlastungsphase umfasst unter anderem:

  • tägliche Therapie durch Handtherapeut*innen
  • regelmäßige Arztvisiten und Teambesprechungen
  • ausführliche Befundung und Therapieplanung
  • individuelle und rehabilitandenzentrierte Zielformulierung
  • zunehmende Reduktion passiver Maßnahmen.

Zum therapeutischen Angebot gehören beispielsweise:

  • Ergotherapie im Einzelsetting
  • Spiegeltherapie und Graded Motor Imagery
  • schmerztherapeutische Interventionen bei Bedarf
  • Mobilisation, vegetative Techniken und Narbenmanagement
  • Ödembehandlung sowie physikalische Therapie, beispielsweise Wärme-, Kälte-, Paraffin-, Ultraschall- oder Elektrotherapie
  • dosierte Medizinische Trainingstherapie angrenzender Körperstrukturen
  • Ergometer- und Laufbandtraining
  • Tapeanlagen und Erstversorgung mit Silikonauflagen
  • individuelle Schienenanfertigung bei Bedarf.

Stufe 2: Aufbauphase

Mit zunehmendem Heilungsverlauf steht der schrittweise Wiederaufbau von Beweglichkeit, Sensibilität und Belastbarkeit im Mittelpunkt.

Die Aufbauphase umfasst:

  • tägliche Therapie durch Handtherapeut*innen
  • regelmäßige Arztvisiten und Teambesprechungen
  • ausführliche Befundung und individuelle Therapieplanung
  • zunehmende Reduktion passiver Maßnahmen.

Zum Therapieangebot gehören:

  • Ergotherapie im Einzelsetting
  • Sensibilitätstraining
  • Tapeanlagen und Silikonauflagen
  • Kräftigung und Stabilisierung
  • zunehmende Mobilisation
  • Manuelle Therapie und Massagen
  • physikalische Therapie, beispielsweise Wärme-, Kälte-, Paraffin-, Ultraschall-, Elektrotherapie, Lymphdrainage oder Kohlensäurebad
  • individuelle Schienenanpassung bei Bedarf
  • Anbahnung arbeitsplatzspezifischer Aktivitäten
  • dosierte Medizinische Trainingstherapie angrenzender Körperstrukturen.

Stufe 3: Belastungsphase

In der letzten Phase der Handrehabilitation liegt der Schwerpunkt auf der Rückkehr in Alltag und Beruf. Der Fokus verschiebt sich zunehmend auf Aktivität und selbstständiges Training.

Die Belastungsphase umfasst:

  • tägliche Therapie durch Handtherapeut*innen
  • regelmäßige Arztvisiten und Teambesprechungen
  • individuelle Therapieplanung
  • zunehmende Reduktion passiver Maßnahmen
  • Orientierung an den Grundsätzen der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR) mit dem Ziel der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit.

Zum Therapieangebot gehören:

  • zunächst Ergotherapie im Einzelsetting, anschließend zunehmend eigenständiges Training
  • arbeitsplatzbezogene Therapie mit schrittweiser Steigerung der Therapiezeit
  • Medizinische Trainingstherapie (MTT) sowie arbeitsplatzbezogenes medizinisches Training
  • begleitende physikalische Therapie zur Unterstützung der Regeneration bis zum Abschluss der Rehabilitation.