Rehabilitation und Nachsorge bei Herzinsuffizienz

Die Reha bei Herzinsuffizienz ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Sie verbindet medizinische Betreuung, Bewegungstherapie, Schulung und Unterstützung im Umgang mit Risikofaktoren und Belastungen im Alltag.

Die medikamentöse Behandlung der Herzinsuffizienz sollte mit einer Bewegungstherapie kombiniert werden, um folgende Behandlungsziele bei Herzschwäche zu erreichen:

  • das Voranschreiten der Erkrankung verhindern oder verlangsamen
  • die Herzleistung verbessern
  • Lebensqualität und Lebenserwartung verbessern

Hier spielt insbesondere die kardiologische Rehabilitation eine entscheidende Rolle, denn diese rückt die Bewegung als Therapiemaßnahme in den Fokus. Das frühere Prinzip der körperlichen Schonung bei Herzschwäche ist schon lange überholt.

In der Rehabilitation beginnen Patient*innen unter ärztlicher und sporttherapeutischer Aufsicht ein strukturiertes körperliches Training. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu verbessern und die Belastbarkeit zu steigern.

Anwendung findet hier ein kombiniertes Ausdauer- und Krafttraining mit folgenden Bausteinen:

  • Ausdauertraining: dosiertes Ergometertraining unter EKG- und Blutdrucküberwachung sowie Walking.
  • Krafttraining: Training an Geräten mit einem individuellen Trainingsprogramm.
  • Gruppentraining: Herzgruppe und Gruppen zum speziellen Training von Arm-, Rücken- und Beinmuskulatur.

Auch Herzinsuffizienzpatient*innen mit hochgradig eingeschränkter Leistungsfähigkeit profitieren von einem Bewegungstraining.

Im Rahmen der Rehabilitation haben Patient*innen auch die Möglichkeit, in Schulungen und Seminaren gezielt etwas über ihre Erkrankung und ihr Verhalten im Alltag zu erfahren.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bestehende Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck zu bearbeiten. Unterstützt werden Patient*innen hier durch ein interdisziplinäres Team aus Sport- und Physiotherapeut*innen, Ernährungsberater*innen, Gesundheits- und Krankenpfleger*innen sowie Ärzt*innen.

Herzschwäche schränkt oft den persönlichen Lebensspielraum, die Lebensqualität und gegebenenfalls auch die Lebenserwartung ein. Damit gehen verständlicherweise psychische Belastungssituationen einher. Diese können in der Rehabilitation mit Hilfe von Psycholog*innen und Psychotherapeut*tinnen angegangen werden.

Patienten beim Training in der Reha zur Stärkung der Herzleistung