Morbus Bechterew: Symptome und Beschwerden

Die ersten Symptome treten meistens in der späten Jugend oder im frühen Erwachsenenalter auf. Der Altersgipfel der Erkrankung liegt zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr. Diese zeigen sich häufig zunächst im unteren Rücken. Typisch sind dumpfe Schmerzen in der Lenden- und Gesäßregion sowie eine morgendliche Steifheit. Charakteristisch ist, dass sich die Beschwerden durch Bewegung lindern können und nach Ruhephasen wiederkehren.

Neben den Beschwerden an der Wirbelsäule können Entzündungen außerhalb der Wirbelsäule auftreten. Dazu gehören insbesondere:

  • Gelenkentzündungen: Eine periphere Arthritis tritt meist als asymmetrische Entzündung weniger, eher großer Gelenke auf. Der medizinische Fachausdruck hierfür lautet Oligoarthritis.
  • Schulter-, Hüft- und ISG-Beschwerden: Etwa 25 bis 35 % der Patient*innen klagen über Schmerzen in Schulter-, Hüft- und Kreuz-Darmbein-Gelenken. Eine Entzündung der Kreuz-Darmbein-Gelenke wird als Sakroiliitis bezeichnet. Diese können mit Bewegungseinschränkungen einhergehen.
  • Weitere Gelenke: Eine Arthritis anderer Gelenke tritt bei rund 30 % der Patient*innen auf und ist häufig asymmetrisch.
  • Entzündungen der Sehnenansätze: Es kann zu schmerzhaften Entzündungen der Sehnenansätze kommen, die als Enthesopathie beziehungsweise Enthesitis bezeichnet werden. Besonders häufig ist die Achillessehne betroffen.

Neben den Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems können bei bis zu 50 % der Patient*innen Beschwerden außerhalb des Skeletts auftreten. Dazu zählen insbesondere eine Beteiligung der Augen mit einer anterioren Uveitis (Regenbogenhautentzündung), der Haut mit einer Psoriasis (Schuppenflechte) und/oder des Darms mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

Vor allem jüngere Menschen vor dem 40. Lebensjahr mit dumpfen Schmerzen im unteren Rücken, die vor allem in der zweiten Nachthälfte oder in den frühen Morgenstunden auftreten und zu einer Morgensteifigkeit von mehr als einer halben Stunde führen, sollten sich auf eine axiale Spondyloarthritis untersuchen lassen.

Auch Schmerzen an der Achillessehne oder Ferse – ein- oder beidseitig – sollten bei anhaltenden Beschwerden entsprechend abgeklärt werden. Der Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung sollte in jedem Fall fachärztlich durch Rheumatolog*innen überprüft werden.